KIRCHENHÜGEL

Finale Dokumentation 2021 St. Nazarius.j

Konzept Tafel: Dr. Siegfried Kutschera

Erste Ansiedlung

Spätestens im 7. Jahrhundert muss in Ober Roden mit einer kleinen Ansiedlung auf dem späteren Kirchenhügel gerechnet werden, vereinzelte Funde weisen sogar auf das 6. Jahrhundert zurück.

Von der Existenz des Klosters Rothaha erfahren wir aus einer Schenkungsurkunde im Lorscher Codex vom 25. Februar 786 der Äbtissin Aba, die der fränkischen Hochadelsfamilie der Rupertiner entstammte, das ihr gehörende Kloster Rothaha dem Kloster Lorsch an der Weschnitz vermachte:

 

„und so schenke ich, Aba, die Gottgeweihte, im Namen Gottes (…) aus freiem Willen (…) das Kloster, (…) zu Ehren der heiligen Maria und der übrigen Heiligen im Maingau, im Gebiet der Gemarkung Roden beim Neuhof am Flusse Rodau errichtet, (…) in den Besitz des Hl. Nazarius“

 

Archäologische Quellen und die historische Überlieferung sprechen dafür, daß das Benediktinerinnen-Kloster auf dem Kirchenhügel in Ober-Roden gestanden hat.

Ausgrabungen, die während der Renovierungs- und Umbauarbeiten der heutigen Kirche zwischen 1985 und 1991 erfolgten, ließen erkennen, dass bereits in karolingischer Zeit eine einschiffige Holzkirche mit nach Osten ausgerichtetem, eingezogenem Rechteckchor bestand, in dessen Mitte sich ein Stiftergrab befand.

Um die Wände dieser Holzkirche herum wurde Anfang des 9. Jahrhunderts die erste Steinkirche errichtet. Die letzte Erwähnung des Klosters als „monasterium cognomento Rothaha“ geschieht im Jahr 903. Der Nonnenkonvent hat vermutlich aber bis in das frühe 13. Jahrhundert hinein bestanden.

 

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ÖFFNUNG DES KIRCHENHÜGELS

 

Bereits 2019 wurde die Idee geboren den Kirchgarten attraktiver zu gestalten.

Ideen wie z.B. die Mauern zu öffnen um Kirchenhügel mit Kirchhof und Kirchgarten als kommunikativen Treffpunkt nutzen zu können.

 

Diese Idee wurde im Zuge des Stadtumbauprojektes ISEK berücksichtigt um die kirchliche Fläche in ihrer Gesamtkonzeption einzubeziehen.

 

Zusammenfassung der bisher angedachten Nutzungsmöglichkeiten:

  • Kirchliche Feste - Pfarrfest, Entzünden des Osterfeuers, Fronleichnams-Prozession…..

  • Kulturelle Veranstaltungen - Freilichtkonzerte, Kerb, Theateraufführungen, Adventsmarkt, Markttage…

  • Öffentlicher Ruhe-, Erlebnis- und Begegnungsraum.

  • Zeitlich begrenzte Nutzung als Außenfläche für KITA-Kinder.

  • Einbeziehung des KITA-Weges zwischen Pfarrgasse und Heitkämper Straße

 

Gestaltungs-Anregungen:

  • Fußgängerverkehr über den Kirchhof lenken.

  • Kennzeichnung der Umrisse der Vorgängerkirche auf Freifläche im Kirchhof.

  • Skulpturen mit historischen „Figuren“ - Vermittlung der Historie mit1250- jähriger Geschichte des Kirchhügels. Tafeln und Skulpturen und Kreuze in Anlehnung an den historischen Friedhof.

  • Basaltpflaster und Natursteinplatten für Wege und Freiflächen.

  • Grünflächen mit schattenspendenden Bäumen, Rosenbeete, Sitzgelegenheiten.

  • Heimischen Wildstauden zur Förderung unserer Insektenwelt.

  • Bereiche mit Kräuter- und Naschgarten - analog Klostergarten.

  • Boule-Platz im hinteren Pfarrgarten.

  • Beleuchtungskonzept sowie Illumination der Kirchenfassade von Kirchhof-Seite.

  • Storchennest im hinteren Bereich des Pfarrgartens.

  • Zisterne für die Bewässerung - Kirchenvorplatz